Unsere freien Plätze:

Stationär mit Pflege
Waldkraiburg:          1 Platz
Zur STE Waldkraiburg

Stationär mit Tagesstruktur

Therapeutische Wohngemeinschaft
Dießen:                   1 Platz
Zur STE Dießen
Moosburg:               2 Plätze
Zur STE Moosburg
Landsberg:              1 Platz
Zur STE Landsberg

STE Laufen:             8 Plätze

Betreutes Wohnen 60+
Moosburg:               3 Plätze
Zur STE Moosburg
          

Betreutes Wohnen
Burghausen             1 Platz
Zur STE Burghausen
Fürstenfeldbruck:     2 Plätze
Zur STE Fürstenfeldbruck
Landsberg:              3 Plätze
Zur STE Landsberg
Ingolstadt:              6 Plätze
Zur STE Ingolstadt
Moosburg:               1 Platz
Zur STE Moosburg

Betreutes Wohnen psych. kranke Eltern
Burghausen:            2 Plätze
Zur STE Burghausen

 


Sie sind hier:  Unsere Einrichtungen / STE Landsberg / Aktuelles
Willkommen in der AWO Sozialtherapeutischen Einrichtung Landsberg
< "Bewegung ohne Grenzen" im Café Freiraum
23
Januar2018

AWO Ortsverein feiert 70 Jahre Solidarität in der Praxis

Die AWO gehört zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Menschen, die aktiv an den Lösungen der gesellschaftlichen Herausforderungen mitwirken wollen, versammeln sich seit 1919 hinter der AWO-Gründerin, der SPD-Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz.

Weihnachten 2017 im AWO Ortsverein. Unser Foto zeigt Ehrenamtliche und Vorstandsmitglieder, links die 1. Vorsitzende Margit Däubler.

Mit vereinten Kräften erreichen die AWO-Aktiven wichtige Grundlagen in der sozialen Gesetzgebung. Ein Beispiel dafür ist die „Fürsorge“, die die diskriminierende öffentliche „Armenpflege“ ablöste. Zu diesem Zeitpunkt, zu Beginn der 30er Jahre, engagieren sich bereits 135.000 ehrenamtliche Helfer in Feldern wie Kindererholung und Kinderschutz, Altenbetreuung und Jugendhilfe, Notstandsküchen und Werkstätten für Behinderte und Erwerbslose oder Selbsthilfenähstuben.  

Nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler im Mai 1933 wird die AWO verboten und zwangsweise aufgelöst. Vermögen, Heime und Einrichtungen werden für die nationalsozialistische Volkswohlfahrt beschlagnahmt. Mitglieder, Helfer und Funktionäre, führende Frauen und Männer der AWO, erleben Verfolgung.

Nach Ende des Krieges 1945 reorganisierte sich die Arbeiterwohlfahrt mit einer Gründung in Hannover als parteipolitisch und konfessionell unabhängiger selbstständiger Verband. Mutig nehmen die Ortsvereine der AWO in den Westzonen die Arbeit wieder auf. In bewährter Weise leben Nähstuben und Suppenküchen, Maßnahmen zur Kinder- und Jugenderholung auf.  

Die Not der Menschen in den Jahren nach 1945 ist auch in unserer Region unvorstellbar groß. Es fehlte am Nötigsten, Hunger war an der Tagesordnung. Vertriebene klopfen an die Türen, haben weder Kleidung noch Bleibe oder Orientierung. In dieser schwierigen Zeit nehmen die Landsberger Georg Merkt, Thomas Wunder, Max Lipp, Karl Spanner, Hans Ziegler, Hans Unter, Johann Wagner, Josef Becher, Xaver Kraus, Martin Eggl, Hans Heinrich und Käthe Glaswinkler das Heft in die Hand, wollen tatkräftig helfen. Am 18. Januar 1948 gründen sie, um dem Engagement einen organisatorischen Rahmen zu geben, den AWO Ortsverein Landsberg am Lech. Bereits im August 1948 organisierte die AWO Landsberg die Unterbringung von 17 Kindern aus dem Ludwigshafener Katastrophengebiet zur vierwöchigen Erholung bei Landsberger Bürgern.

In den 50er Jahren wurden bald wieder Feiern und Ausflüge durchgeführt und auch die Kindererholungen in Österreich oder Südtirol fanden statt. 1953 konnte die AWO 50 Zentner Kohlen verteilen und 28 Erstkommunikanten mit Kerzen, Laudaten und Schuhen ausstaffieren. Auch wurden Care-Pakete an Russland-Heimkehrer und Weihnachtspakete im Wert von 25.000 D-Mark an Bedürftige übergeben. 

Die Nähstube mit kostenfreiem Mittagessen ist ein weiteres gutes Beispiel für die Vielzahl an Aktivitäten in dieser Zeit. Bis 1955 freuten sich viele Landsberger besonders zu Weihnachten über die hier gefertigten Kleidungsstücke. Und der Jugendarbeitslosigkeit ließ sich über hier durchgeführte Lehrgänge Sinnvolles entgegensetzen.

Die Entwicklung des AWO Ortsvereins nahm zudem großen Einfluss auf den Aufbau des AWO Kreisverbandes im Landkreis Landsberg. Unter den Vorstandsmitgliedern Anton Zepper, Ernst Raim und Reinhard Dörner wurden die Ortsvereine Kaufering, Utting und Dießen wieder gegründet. Anton Zepper war es dann, der als Kreisverbands- und Ortsvereinsvorsitzender den Grundstein für das erste große Projekt der AWO im Landkreis legte: das Seniorenheim in Landsberg. Das Projekt wurde in einem gemeinsamen Kraftakt von Bezirksverband und Ortsverein mit Baukosten von rund sieben Millionen D-Mark geschultert. Im April 1974 zogen die ersten Bewohner ein; 138 Plätze standen zur Verfügung.   

Margit Däubler, Vorsitzende im AWO Ortsverein: "Mit wachsendem Wohlstand in Deutschland haben sich die Aufgaben der AWO gewandelt – auch in Landsberg. Heute knüpft der Ortsverein ein breit angelegtes Netz sozialer Dienstleistungen, in dessen Zentrum seit 2007 das Mehrgenerationenhaus in der Hubert-von Herkomer-Straße 73 steht. Die Idee des vernetzten Arbeitens dokumentiert der Neubau des AWO-Zentrums an der Lechstraße 5. 2006 eingeweiht, bietet es Platz für das Seniorenzentrum und die Sozialtherapeutische Einrichtung. Auch der Kreisverband mit seinen Ortsvereinen, die insgesamt 450 Mitglieder zählen, bezieht hier Büro."  

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Anerkennung und Motivation aller ehrenamtlichen Mitarbeiter der AWO Landsberg folgt im Herbst 2010. Aus Mitteln der Stiftung "AWO - Ehrenamt lohnt" wird regelmäßig der Engagementpreis der AWO im Landkreis Landsberg verliehen. Der aktuell aufkeimenden Flüchtlingsproblematik begegnet die AWO traditionell konstruktiv: Mit viel Engagement nimmt sich das Mehrgenerationenhaus dieser neuen gesellschaftlichen Gruppe und ihrer Probleme an.

Die Idee der Suppenküche oder Nähstube  aus unseren Nachkriegstagen lebt heute weiter in interkulturellen und kreativen Treffpunkten oder im Repair Café der AWO in Landsberg. Die Gesellschaft hat sich im Laufe von 70 Jahren AWO Ortsverein Landsberg gewandelt und mit ihr das Gesicht der Armut. Der wirtschaftliche Aufschwung hat längst nicht alle erreicht. Margit Däubler berichtet, dass sie täglich Altersarmut, Kinder, die völlig auf sich selbst gestellt sind, Alleinerziehende an der Grenze der Belastbarkeit, Geflüchtete in Einsamkeit und Isolation erlebt.

Geblieben sind zum Glück die Menschen in unserer Lechstadt, die sich nicht abfinden wollen, die die Probleme anpacken. Sie hegen den Wunsch, gestaltend auf ihr persönliches Umfeld einzuwirken, die Not von Mitmenschen zu sehen und eine menschliche Antwort zu geben. Dankbarkeit, Empathie und ein gerechtes Empfinden für unterschiedliche Chancen sind dabei starke Motive. Viele nützliche Aktivitäten wie das Mittwochscafé für Senioren sind auf diese Weise gewachsen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Unter dem Dach der AWO stellen Bürger regelmäßig ihre Zeit zur Verfügung, um unser Gemeinwesen zu stärken.  

So feiert der Ortsverein Landsberg mit seinem runden Geburtstag nicht zuletzt die Tatsache, dass sich so viele Menschen eingeladen und angesprochen fühlen, dass eine verbindliche Gemeinschaft gepflegt wird ohne nur den eigenen Vorteil zu sehen.  Wenn zeitgemäß bedeutet, die Zeichen der Zeit zu verstehen, dann ist unser Ortsverein ein sehr moderner Traditionsverein. Er hat das Potenzial der Erneuerung ohne die guten, alten Werte aufzugeben.

 

Margit Däubler: "Ich wünsche mir, dass noch mehr junge Menschen diesen Vorzug erkennen, sich zugehörig zu fühlen und in die Kraft des Zusammenhalts investieren. Jeder Beitrag ist wichtig und willkommen! Es gibt viele gute Gründe, Mitglied bei der AWO zu werden: Der AWO-Ortsverein Landsberg ist mitten unter uns auf vielfältige Weise aktiv. Im Fokus der Arbeit stehen häufig Menschen am Rande der Gesellschaft, junge oder ältere, Migrantinnen und Migranten oder sozial Schwache. Als AWO-Mitglied helfen Sie, unsere örtlichen Angebote zu erhalten. Sollten Sie selbst oder ein Angehöriger von einem Angebot profitieren, ist eine Mitgliedschaft Zeichen Ihrer Anerkennung und Wertschätzung."

Ihr Aufruf: Sie können sich einbringen, wenn Sie Zeit und Energie dazu haben. Sie sind dabei, wenn Menschen in Ihrer Nachbarschaft nicht allein gelassen werden. Ihre Erfahrungen und Ihr Können sind gefragt, sie werden gebraucht. Dinge dabei alleine zu bewegen, ist meistens kaum möglich. Als Teil einer Gemeinschaft mit einem starken Verband im Rücken lassen sich viele Vorhaben schneller und leichter realisieren.

Regelmäßige Treffen, gemeinsame Aktivitäten und auch Feste gehören beim AWO-Ortsverein dazu. Eine AWO-Mitgliedschaft bedeutet nicht nur Engagement und Einsatz, sie bedeutet auch Geselligkeit, Freundschaften und gemeinsame Freizeitgestaltung.

Vielleicht haben Sie im Moment in Ihrer Lebenssituation gerade keine Möglichkeit sich zu engagieren. Doch soziale Themen lassen Sie nicht kalt, Sie möchten soziales Engagement unterstützen. Als AWO-Mitglied sind Sie dabei, wenn Menschen in Not geholfen wird: lokal, unabhängig von Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft.